Gründung:


Etwa 4100 Einwohner zählte das kleine Ruhrstädtchen Steele, als sie am 15. Dezember 1862 der erste Steeler Sportverein mit dem Namen " Die Jünger Jahns " gegründet wurde. Drei Wochen später fanden sich 21 Männer im Lokal Scheidtmann zusammen, um den Steeler Turnverein 1863 aus der Taufe zu heben. In dem bis heute erhaltenen Gründungsprotokoll heißt es: ".... daß der Steeler Turnverein als erster patriotischer Verein in Steele dazu berufen sein soll, durch Pflege des deutschen Turnens das Streben nach nationaler und einheitlicher Entwicklung unseres Vaterslandes zu fördern." Die Ziele der Vereinsarbeit haben sich im Laufe der Jahrzehnte zwar geändert, nicht aber die Freude am Turnen und den sich daraus entwickelten fünf anderen Sportarten.

Unter dem ersten Vorsitzenden Dr. Strauß, einem auch außerhalb von Steele bekannten Geheimen Sanitätsrat, erreichte die Mitgliederzahl schnell die magische " 50 " . Geturnt wurde in einem vom Turnbruder Scheidtmann unentgeltlich zur Verfügung gestellten Zelt. Fünf Monate nach der Gründung trat der Steeler Turnverein dem Rheinisch-Westfälischen Turnverband bei.
Am Bundesfest im Juni 1863 beteiligten sich bereits 26 Turner. Bei diesem Turnfest wurde auch zum ersten Mal die Vereinsfahne, eine junge Eiche mit schwarz-rot-goldener Schleife gezeigt.

Unter dem Vorsitzenden Fritz Gautsch wurde dann endlich der Bau einer eigenen Turnhalle in Angriff  genommen. Im Beisein des Steeler Bürgermeisters Heider und des Gauturnwartes Heckmann feierte man am 12. März 1886 die Einweihung der Halle - gerade rechtzeitig zum 25 jährigen Vereinsjubiläum.

Am 15. März 1903 kamen dann auch die Damen des Steeler Turnvereins zu ihrem Recht. Unter der Leitung der Lehrerin Steinsiek bildeten 14 Turnerinnen die erste Damenriege, der sechs Jahre später die erste Seniorenriege folgte.Die Wirren des Ersten Weltkriegs gingen am Steeler Turnverein nicht spurlos vorbei. So ging der Mitgliederbestand bis auf  68 Turner zurück. Diese Krise meisterte "der harte Kern" jedoch ebenso wie die Ruhrbesetzung durch die Franzosen Anfang der 20er Jahre.


Ein weiterer Rückschlag folgte mit dem Beginn des Dritten Reiches. Alle Bemühungen, das Turnen durch das gemeinsame Auftreten der drei Steeler Turnvereine in der Öffentlichkeit zu beleben, scheiterten. Daher entschloß sich der Steeler Turnverein, mit dem 1907 gegründeten Turnklub Königssteele zu fusionieren. Am 4. April 1936 wurde im Deutschen Hof der Zusammenschluß unter dem Namen Turnvereinigung Steele 63 vollzogen.

Nach dem Kriege galt das besondere Augenmerk dem Turnernachwuchs, der in den ersten Jahren von Heini Cramer betreut wurde. Aushängeschild des Vereins war jedoch Friedel Overwien. Nach dem Turn-Länderkampf Finnland-Deutschland, den er als bester Einzelturner beendete, wurde Overwien mit einer Fahrkarte zu den Olympischen Spielen nach Helsinki belohnt. In den frühen 50er Jahren gehörte die Riege der TVG Steele 63 zu den stärksten im gesamten Bundesgebiet.



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